Fünf Bäche

Golmeke
Im Unterschied zu den vier anderen Bächen liegt die Golmeke im Landschaftsraum der Paderborner Hochfläche. Die Höhen rings um die Golmekequelle und die Lage in der freien Ackerlandschaft hebt den Talraum der Golmeke landschaftlich besonders hervor. Durch zahlreiche Rinnsale erhält die Golmeke steten Zufluss und führt dauerhaft Wasser. Deswegen war die Golmelke in früheren Zeiten wichtig für die Trinkwasserversorgung von Wünnenberg. Landschaftsökologisch ist die Golmeke vor allem in Verbindung mit den Talhängen von Bedeutung, da vielfältige Biotopkomplexe aus Quellfluren und Hochstaudenbeständen, extensivem Grünland, Streuobstbeständen und kleinen Feldgehölzen bestehen,  die sich durch einen hohen Artenreichtum auszeichnen.

 

Nette
Die Nettequelle liegt unweit der Quelle des Lühlingsbachs auf der Anhöhe nördlich von Bleiwäsche. Sie fließt nördlich durch ein Waldgebiet, das Teil des FFH-Gebietes „Leiberger Wald“ ist. Von besonderem Wert sind die bachbegleitenden, naturnahen Erlen-Feuchtwälder im oberen Abschnitt des Nettetals. Kurz vor der Querung der B480 tritt die Nette aus dem Wald und fließt von hier an durch feuchte Wiesen und Weiden mit besonders schutzwürdigen Seggenrieden und Niedermooren. Im weiteren Verlauf führt die Nette dann durch Erlenwälder zur Alme, in die sie nach gut drei Kilometern unterhalb des Zusammenflusses mit dem Lühlingsbach einmündet. Anders als der Lühlingsbach führt die Nette genügend Wasser, um einigen Fischarten Lebensraum zu bieten. Besonders die großen Bestände der Groppe verleihen der Nette ein Prädikat, dass zur Einbeziehung in das FFH-Gebiet "Leiberger Wald" geführt hat. Auch das Bachneunauge kommt vereinzelt vor, zudem finden sich vitale Bestände der Bachforelle.

 

Lühlingsbach
Im Ortsbereich Bleiwäsche liegt die Wasserscheide zwischen Afte und Alme. Während die Murmeke über den Aabach in die Afte fließt, ist der Lühlingsbach über die Nette mit der oberen Alme verbunden. Der Lühlingsbach ist ein Bach mit relativ geringer Wasserführung, deswegen versiegen der Quellbereich unweit des Wanderparkplatzes an der L956 und einige kleinere Seitenbäche in trockenen Sommern ganz. Sie entspringen teils im Bereich des wasserdurchlässigen Kalkgesteins, in dem in trockenen Zeiten kein Grundwasser nachströmt. Nach einigen hundert Metern fließt der Lühlingsbach dann über stauende Lehm und Gleyböden und führt hier dauerhaft Wasser.
Das Lühlingsbachtal und im weiteren Verlauf das Tal der Nette bilden die Südgrenze des FFH-Gebietes „Leiberger Wald“, eines nördlich anschließenden großen Waldgebietes mit ausgedehnten, naturnahen Buchenbeständen. Die Aue des Lühlingsbachs wird von Feucht- und Nassgrünland geprägt, welches den eigentlichen Wert dieses Naturschutzgebietes ausmacht. Aufgrund der nassen Böden ist eine landwirtschaftliche Nutzung erschwert, wodurch viele Tier- und Pflanzenarten des traditionell genutzten Grünlands erhalten blieben. Selbst kleine Niedermoorflächen mit Wollgrasbeständen findet man am Lühlingsbach und an der Nette. Gerne wird die Bachaue vom Schwarzstorch zur Nahrungssuche aufgesucht, den man mit etwas Glück beobachten kann.

 

 

Murmeke
Die Murmeke ist ein größerer Seitenbach des Aabachsystems. Ihre Quelle liegt am Rand des devonischen Massenkalkgebietes unmittelbar östlich der Ortschaft Bleiwäsche. Seitlich der Murkmeke liegt zwischen Talsperre und Bleiwäsche ein besonders wasserreiches Waldgebiet. In der schmalen Aue der Murmeke und ihrer Seitenbäche lässt sich anhand der Vegetation der Wechsel von kalkreichem Untergrund im Quellbereich zum saurem Gestein auf dem Großteil der Fließstrecke erkennen. So finden sich im Quellbereich noch vereinzelt orchideenreiche Nasswiesen, auf denen Pflanzen wie das Gefleckte Knabenkraut wachsen. Im weiteren Verlauf treten hingegen Pflanzen auf, die auf Moorbildungen hinweisen z.B. Sumpfveilchen und Torfmoose.

 

 

Aabach
Im Wald rund um die Aabachtalsperre entspringen viele Quellen, die ursprünglich im Tal der Großen Aa zusammenflossen. Heute fließen diese Bäche in die Aabachtalsperre. Unterhalb der Talsperre fließt der Aabach noch im Bereich der Stadt Bad Wünnenberg in die Afte. Regulierende Maßnahmen verhindern heute Hochwasser am Aabach. Um die natürliche Dynamik des Baches nachzuahmen, wird gelegentlich der Abfluss aus der Talsperre kontrolliert erhöht. So können sich Steilwände und Gleitufer entwickeln, wie sie auch an natürlich fließenden Bächen zu finden sind. Davon profitiert u.a. der Eisvogel, der regelmäßig am Aabach zu beobachten ist. Oberhalb von Bad Wünnenberg ist das Aatal durch Erosion bis über 70 m Tiefe eingeschnitten, dadurch stürzen die Quellwässer in den Seitentälern schnellfließend in die Talaue.